22. Januar 2017

September 1916



Das "Große Biertrinken" ging am 9. September bis um 1/2 3 früh. Mein Großvater ist links außen zu sehen.

Freitag, 1. September
Von der gestrigen Kneiperei noch ziemlich mitgenommen, mußte ich heute erst nach Jelowka, dann zur 1. und 2. Abteilung des Feld Artillerie Regimentes 37 reiten, die Summerschränke in Ordnung bringen.

Sonnabend, 2. September
Nichts Besonderes.

Sonntag, 3. September
Ging nachmittags mit drei Mann spazieren bis hinter Akazy. Kauften uns hier ein paar Kaninchen. Abends mit dem Wachtmeister und den Unteroffizieren Mielke und Chudziak eine kleine Kneiperei gehabt.

Montag, 4. September
Nichts Besonderes.

Dienstag, 5. September
Bauten heute an unserem Kaninchenstall.

Mittwoch, 6. September
Nichts Besonderes.

Donnerstag, 7. September
Ging früh nach Borowka und Aschaschuli, das Gelände zwecks Permanent–Leitungsbau angesehen.

Freitag, 8. September
Mußte früh zur 7. Batterie des 2. Grenadier Regimentes zu Fuß der Artillerie reiten, da der Apparat der Luftschutzleitung entzwei war. Auf dem Rückwege nach Laßen mit eingekehrt.

Sonnabend, 9. September
Abends war großes Biertrinken. Mielke und Chudziak kamen extra aus Jelowka herüber. Nachdem das Bier alle war, kneipten wir Unteroffiziere mit Wachtmeister Maczijewski in dessen Stube weiter, bis ½ 3 Uhr früh.

Sonntag, 10. September
Mielke und Chudziak wollten eigentlich früh fort reiten, wir ließen aus Jelowka noch fünfzig Flaschen Bier kommen und kneipten bis zum Morgen.

Montag, 11. September
Im Walde zum Stangen fällen gewesen.

Dienstag, 12. September
Ritt nachmittags mit Leutnant Gooßens in Richtung Borowka, die neue Leitungsstrecke ansehen.

Mittwoch, 13. September
Kipf soll morgen nach Insterburg fahren, verschiedene Sachen einkaufen.

Donnerstag, 14. September
Kipf fuhr heute ab, schon von hier beladen mit sehr vielen Paketen und noch vielmehr soll er zurück bringen.

Freitag, 15. September
War mit drei Mann im Walde Stangen fällen und holten nachmittags dieselben. Begannen mit dem Umbau der Station.

Sonnabend, 16. September
Bearbeiteten die Stangen zum Turm und hatten den ganzen Tag daran zu tun.

Sonntag, 17. September
Vormittags Pferdeappell. Nachmittags einen kleinen Spaziergang gemacht.

Montag, 18. September
Errichteten heute die Stangen zum Turm. Auf Station mit Ofensetzen begonnen.

Dienstag, 19. September
Am Turmgestänge Diagonalverstrebungen angebracht und auf Station gearbeitet.

Mittwoch, 20. September
Vormittags am Turm gearbeitet. Nachmittags im Walde Stangen gefällt. Erhielt heute endlich von Tante Emilie Nachricht und gleichzeitig auch Filmpack und Kassette.

Donnerstag, 21. September
Machte heute gleich zwei Aufnahmen mit Film, wurden ganz gut.

Freitag, 22. September  
Mielke und Golding wollten heute Löhnung holen. Fleischer aber hatte gerade seinen
30. Geburtstag, so daß eine ganz gemütliche Kneiperei angefangen wurde, welche ziemlich lange, bis zum anbrechenden Morgen währte.

Sonnabend, 23. September
Von dem gestrigen Kneipen heute nicht besonders auf dem Posten, wollte die Arbeit nicht recht schmecken.

Sonntag, 24. September
Verlebten den Sonntag sehr still und ruhig, trotz des selten schönen Wetters.

Montag, 25. September
Am Turm gebaut.

Dienstag, 26. September
Nichts Besonderes.

Mittwoch, 27. September
Fingen heute mit dem Ziehen der Leitungen, zum Turm hin, an.    

Donnerstag, 28. September
Leitungen am Turm gezogen und auf Station gearbeitet.

Freitag, 29. September
Nichts Besonderes.

Sonnabend, 30. September
Am Turm gebaut. Kipf mußte nach vorn zur Stellung, Leitungen kontrollieren. Tomaszewski und Warkall kamen vom Urlaub zurück.

13. Januar 2017

August 1916




Dienstag, 1. August
Das dritte Kriegsjahr beginnt nun heute. Wird es den Frieden bringen? Zu Hoffen wär es jedenfalls sehr. 
Die Aufregung von gestern hat sich etwas gelegt. Von vorn waren sämtliche Leute zurück gerufen worden, die wohl zum Teil wieder nach vorn gehen können. Badeten heute bei starkem Regen.

Mittwoch, 2. August
Bullemer muß jetzt Apparate reparieren. Turnte nachmittags etwas, abends spielten wir Faustball. Priebe erhielt heute das Eiserne Kreuz. Der vierte nun in meinem Trupp .

Donnerstag, 3. August
Spielten abends Faustball.

Freitag, 4. August
Mußte mittags mit nach Subat fahren. Kehrte spätabends von dort zurück, während Wachtmeister Banditt sowie Greulich und Kipf dort blieben.

Sonnabend, 5. August
Nichts Besonderes.

Sonntag, 6. August
Badeten heute im See. Trotzdem es ziemlich kalt war, machte das Baden doch viel Spaß.

Montag, 7. August
Nichts Besonderes.

Dienstag, 8. August
Kipf und Greulich kehrten heute von Subat zurück.

Mittwoch, 9. August
Kontrollierte die Luftschutzleitungen bei Pustoschka bei der 7. Kompanie des  2. Grenadier Regiments zu Fuß der Artillerie bei Marianowka. War noch bei Tomaczewski, ließ hier solange mein Pferd weiden. Der Fuchs riß sich aber los und sauste ab in Richtung Komarischki. 1 ½ Stunden mußte ich ihm hinterher laufen, bis endlich hinter Hohenberg ein Artillerist ihn aufhalten konnte. Hatte dadurch einen schönen Ritt zurück zu machen.

Donnerstag, 10. August
Ritt vormittags nach Jelowka, sah dort den Klappenschrank nach und besuchte dann noch Sergeant Hobrek bei der Feld Artillerie Brigade und kehrte nachmittags nach Komarischki zurück.

Freitag, 11. August
Vormittags über Szamawzy – Krewljawzy nach Schpuli geritten, das Gelände angesehen zum Permanentleitungsbau. Nachmittags die Infanterie unterrichtet.

Sonnabend, 12. August
Morgens mit zehn Mann nach Schpuli zur Abdeckerei marschiert und von dort angefangen die Permanentleitung rückwärts zur Division zu bauen. Nicht ganz zwei Kilometer wurden heute fertig gestellt, dann für heute Schluß gemacht.
Abends im See gebadet.

Sonntag, 13. August
Nachmittags suchten Greulich, Kipf und ich im Walde Pilze und hatten wir dadurch ein tadelloses Abendbrot.

Montag, 14. August
Früh wieder zum Leitungsbau abmarschiert und gut 1 ½ Kilometer bis zum Mittag fertig gestellt, worauf wir nach Komarischki zurückkehrten.

Dienstag, 15. August
Heute seit längerer Zeit ein heißer Tag, so daß wir selbstverständlich im See badeten.

Mittwoch, 16. August
Früh mit fünf Infanteristen abmarschiert nach Schödern. Von hier Kabelleitung nach Laßen abgebaut (5 Kilometer). Besuchte noch Sergeant Hobrek und war gegen 4:00 Uhr wieder in Komarischki.

Donnerstag, 17. August
Nichts Besonderes.

Freitag, 18. August
Nachmittags im Walde Pilze gesucht. Fanden sehr viele und hatten ein gutes Abendbrot. Maczijewski kehrte heut vom Urlaub zurück.

Sonnabend, 19. August
Mit sechs Infanteristen ging ich heute zum Leitungsbau, bis über die Bahn bei Bobrowka. Im Walde fällten wir hier Stangen, während ich noch nach Witkuschki und Aschaschuli ritt.

Sonntag, 20. August
Nachmittags gebadet, dabei zum ersten Mal Wasserball gespielt

Montag, 21 August
Auch heute wieder mit den Infanteristen zum Bau fort gewesen. Haben zuerst an der Bahn alles vorgearbeitet und werden wohl etliche Tage zu tun haben.

Dienstag, 22. August
An der Strecke Bobrowka – Witkuschki das Gestänge ausgebaut.

Mittwoch, 23. August
Heute ging Fleischer mit zum Bau, diesen zu übernehmen. Allerdings nur auf zwei Tage, während ich auf Station zu tun hatte.

Donnerstag, 24. August
Lag heute krank an starken Durchfall, mußte die Nacht etliche Male laufen und auch den ganzen Tag.

Freitag, 25. August
Heute wieder so ziemlich gesund. Fing mit den Vorbereitungen zum Einbau eines 50er Klappenschrankes an.

Sonnabend, 26. August
Ritt vormittags nach Jelowka, dann nach dem Feld Artillerie Regiment 1, den Klappenschrank nachsehen, darauf nach Laßen und nach Komarischki zurück.

Sonntag, 27. August
Nichts Besonderes.

Montag, 28. August
Bullemer und Kipf mussten wieder nach vorn, zu den Stellungen des Grenadier Regimentes 4. Ich ging mit den Infanteristen zum Bau bei Witkuschki.

Dienstag, 29. August
Auch heute zum Leitungsbau gewesen.

Mittwoch, 30. August
Wurden heute fertig mit Stangensetzen und können morgen anfangen Leitungen zu ziehen.

Donnerstag, 31. August
Waren beim Bau und machten gerade eine kleine Pause, als unser neuer Leutnant bei Witkuschki angefahren kam. Ein noch ziemlich junger Herr. Hoffentlich läßt es sich mit ihm genauso gut auskommen, wie mit unserem Seppl (Bornhäußer), welcher vorläufig in Subat beim Heeres Train Korps 1 bleibt. Wachtmeister Banditt bleibt noch einige Zeit hier und wird wohl dann befördert werden. Abends mit Wachtmeister Maczijewski und Fischer noch eine kleine Kneiperei gemacht.

29. November 2016

Juli 1916

Postkarte aus dem Ausflugslokal Neu-Heringsdorf in Berlin Köpenick           Quelle: https://www.facebook.com/AllendeViertel/photos/?tab=album&album_id=691617220880286

Heute befindet sich hier das Bootshaus der Berliner Kanubären e.V.


Sonnabend, 1. Juli
Nachmittags besuchte ich Anton Stock, welcher in der Johannisstraße im Lazarett liegt. Abends zur Jugendabteilung Turnen gewesen.

Sonntag, 2. Juli
Vormittags trafen ich mit meinem Bruder, Ella Jahn, Martha Viedt, Elsa Lux und zwei Freundinnen von Ella Jahn und fuhren mit dem Dampfer nach Neu-Heringsdorf, wohin die Eltern alle nachkamen. Amüsierten uns an der Oberspree, ruderten und fuhren abends von Köpenick nach Hause.

Montag, 3. Juli
Els`chen fuhr heute vormittags nach Ahlbeck ab.
   
Dienstag, 4, Juli
Abends nach dem Turnplatz Schönhauser Allee gegangen.

Mittwoch, 5. Juli
Besuchten abends Onkel Lentz.

Donnerstag, 6. Juli
Abends zur Damenabteilung Turnen gewesen.

Freitag, 7. Juli
Fuhr mittags mit Ella Jahn und deren Freundin nach Grünau. Abends waren wir, Tante Emilie und Gebhardts, auf dem Pfefferberg zusammen.

Sonnabend, 8. Juli
Ging abends wieder zur Jugendabteilung Turnen.

Sonntag, 9. Juli
Der schöne Urlaub ist zu Ende, heute wird zur Abreise gepackt. Gingen erst nach dem Potsdamer Bahnhof, von welchem Walter 9:58 Uhr nach Frankreich abdampfte.
Wir tranken erst im Schultheiß einige Glas Bier und fuhren dann nach Bahnhof Charlottenburg. Hier wurde mir mitgeteilt, daß die Züge geändert sind und ich erst morgen Mittag fahren kann. Fuhren nun nach Bahnhof Börse zurück und tranken bei Neumanns noch ein paar Glas Wein und waren gegen 1:00 Uhr zu Hause.

Montag, 10. Juli
Vormittags ging ich nach Bahnhof Alexander Platz und fuhr um 11:17 Uhr ab, dem Osten zu. Die Züge fahren jetzt eine neue Strecke, über Tilsit. Hatte eine ganz angenehme Fahrt im ziemlich leeren Abteil.

Dienstag, 11. Juli
Kurz nach 1:00 Uhr mittags war Jelowka erreicht. Machte mich nach kürzeren Aufenthalt bei Mielke, auf den Weg nach Komarischki. Erst zu Fuß und dann hoch zu Roß.

Mittwoch, 12. Juli
Habe jetzt mit den Apparaten zu tun und werde wohl etliche Tage daran zubringen, ehe dieselben in Ordnung sind.

Donnerstag, 13. Juli
An den Apparaten gearbeitet. Abends ein paar Aufnahmen am See gemacht.

Freitag, 14. Juli
Pferdeappell heute. Sonst nichts Besonderes.

Sonnabend, 15. Juli
Bullemer und Tomaczewski kamen von vorn zurück, um den Sonntag hier zu verleben.

Sonntag, 16. Juli
Gingen nachmittags mit vier Mann nach Akazy, um dort Kaninchen und Hühner einzukaufen. Konnten aber nur ein Huhn erstehen. Abends hatten wir ein kleines Wetturnier. Hochsprung 1,45 Meter, Weitsprung 5,10 Meter, Stabhochsprung 1,80 Meter und Stabweitsprung 6,30 Meter waren meine Höchstleistungen. Außerdem noch Steinstoßen, Gewicht nicht feststehend.

Montag, 17. Juli
Bei der heutigen Preisverteilung, erhielt ich als erster Sieger sechs Zigarren und 24 Zigaretten, welche unser Divisionskommandeur gestiftet hatte.

Dienstag, 18. Juli
Abends im See gebadet.

Mittwoch, 19. Juli
Auch heute wieder im See gebadet.

Donnerstag, 20. Juli
Ritt früh nach Dubowka zum Infanterie Regiment 33, baute dort den neuen Klappenschrank ein. Nachdem bis zur Gefechtszentrale geritten; darauf nach Smelina zur 1. Abteilung des Feld Artillerie Regiments 37, hier den Summerschrank nachgesehen. Wurde von Priebe und Tomaczewski eingeladen, zur Reserve Kompanie 33 zu kommen und machten hier eine ziemlich starke Weinkneipe. Erst nach 12:00 Uhr war ich wieder in Komarischki.

Freitag, 21. Juli
Von Gestern noch etwas müde, verlebte ich den heutigen Tag sehr ruhig.

Sonnabend, 22.Juli
Abends wieder im See gebadet.

Sonntag, 23. Juli
Nachmittags etwas geturnt.

Montag, 24. Juli
Badeten abends, danach turnten wir wieder. Erreichte im Stabhochsprung 2,30 Meter. Mit Kommißsachen schon ein ganz guter Sprung.
Vormittags Telefonisten vom Jägerregiment zu Pferd 10 unterrichtet.

Dienstag, 25. Juli
Auch heute die Jäger wieder unterrichtet. Abends gebadet und geturnt.

Mittwoch, 26. Juli
Ritt früh nach Smelina, den Summerschauzeichenschrank nachgesehen. Nach Anhalten bei der Reserve Kompanie 33, ritt ich noch nach Laßen und kehrte dann nach Komarischki zurück.
 
Donnerstag, 27. Juli
Ritt zum Gefechtsstand des Infanterie Regiments 44, den Klappenschrank in Ordnung zu bringen. Machte dabei einige Aufnahmen und kehrte nach Komarischki zurück. Gestern war schon sehr heißes Wetter, heute war es aber noch schlimmer, doch zog sich nachmittags ein Gewitter heran und wurde ich dadurch auch noch etwas naß. Kipf und Greulich vom Urlaub zurückgekehrt.

Freitag, 28. Juli
Reparierte Apparate. Badeten heute das erste Mal mittags. Es ist dies viel angenehmer, da dann die Luft viel wärmer ist.

Sonnabend, 29. Juli
Reparierte Apparate. Mittags gebadet.

Sonntag, 30. Juli
Nichts Besonderes.

Montag, 31. Juli
Plötzlich kam die Nachricht, daß unser Generalkommando fortkommt. Auch das Kommando unserer Fernsprechabteilung. Wir sollten erst noch Subat besetzen, was aber dann die 78. Reserve Division tat. Ein Pferd mußte ich abgeben an unser Kommando und zwar gab ich meinen halbblinden "Joseph".

30. Oktober 2016

Juni 1916

Im Urlaub: mein Großvater, seine Schwester Els'chen und der Bruder Walter



Donnerstag, 1. Juni
Beim 1. Batallion alles auf Doppelleitung gelegt.

Freitag, 2. Juni
Vormittags beim 2. Batallion gearbeitet. Nachmittags kam der Leutnant, blieb aber nicht lange dort.

Sonnabend, 3. Juni
Ließ nachmittags meine Pferde kommen und ritt nach Komarischki zurück, um dort den Sonntag zu verbringen.

Sonntag, 4. Juni
Bei schlechtem Wetter verbrachte ich den heutigen Tag größtenteils schlafend.

Montag, 5. Juni
Ritt vormittags von Komarischki fort, wieder zum Infanterie Regiment 33, wo ich gegen Mittag eintraf.

Dienstag, 6. Juni
Kontrollierte heute die Leitungen beim 3. und 4. Batallion.

Mittwoch, 7. Juni
Heute ist Els`chens Geburtstag, da wollte ich eigentlich in Berlin sein. Leider ist daraus nichts geworden. Unsere Arbeit wird wohl noch über Pfingsten dauern, da die Artillerie mit ihren Leitungen gar nicht weiter kommt. Die Infanterie ist so gut als fertig, was mit der Artillerieleitung hoffentlich auch bald der Fall ist.

Donnerstag, 8. Juni
Chudziack kam heute heraus mit einem Wachtmeister von der A.T. A. Dieselben sollen festes Gestänge bis hierher zum Gefechtsstand bauen.

Freitag, 9. Juni
Nachmittags zur Feuerstellung der 6. Batterie vom Feld Artillerie Regiment gegangen, danach zum 2. Batallion Infanterie Regiment 33 die Leitungen geprüft.

Sonnabend, 10. Juni
Ritt nachmittags nach Komarischki, nachdem ich mich vorher mit Greulich getroffen hatte. Abends badeten wir zum ersten Male im See.

Sonntag, 11. Juni
Verlebten den heutigen Pfingstsonntag sehr ruhig.

Montag, 12. Juni
Blieben auch heute noch in Komarischki. Mit der Post erhielt ich einen Brief von Muttern, darin teilte sie mir mit, daß Els`chen Ende dieses Monats nach Ahlbeck ins Kaiser Wilhelm Heim fährt. Ich freue mich sehr darüber, hoffentlich erholt sich mein Schwesterchen dort recht gut. 

Bild des Kaiser-Wilhelm-Kinderheimes in Ahlbeck
Heute ist in dem Gebäude der Jugendsportpark des LSB untergebracht: 
Vom Kinderhieim zur internationalen Begegnungsstätte

Dienstag, 13. Juni
Ritt im Laufe des Vormittags mit Greulich und Cappelmann wieder nach dem Infanterie Regiment 33. Greulich schwenkte kurz vorher ab, zu den Grenadieren.

Mittwoch, 14. Juni
Bei den 3. und 6. Batterien Feld Artillerie Regiment 37 Übertrager eingebaut.

Donnerstag, 15. Juni
Ging mit Bree zur Feuerstellung des 3. Fuß Artillerie Regiments 1 und bauten hier den Übertrager ein. Nachmittags mit einem Oberleutnant von A.T. A. in der Stellung der 3. Kompanie des Infanterie Regiments 33 gewesen.

Freitag, 16. Juni
Bree mußte vormittags bei der 7. Batterie des 2. Grenadier Regiment zu Fuß der Artillerie den Übertrager einbauen und nachmittags beim 3. Batallion den Summerschauzeichenschrank. Wir sind nunmehr mit unserer Arbeit so gut als fertig.

Sonnabend, 17. Juni
Da es stark regnete, konnten wir draussen nicht viel arbeiten, verbesserten nur einige Leitungen.

Sonntag, 18. Juni
Heute regnete es egal fort, trotzdem gingen wir zum 2. Batallion des Infanterie Regiments 33 und bauten den Summerschauzeichenschrank ein.

Montag, 19. Juni
Da wir hier mit unserer Arbeit fertig sind, kehrten wir zu unseren Trupps zurück. Ich nach Komarischki und Bree nach Charlottenhof.

Dienstag, 20. Juni
Mit Leutnant Bornhäußer die Leitungsskizze vom Infanterie Regiment 33 fertig gestellt. Morgen soll es nun auf Urlaub gehen, 18 Tage habe ich bekommen.

Mittwoch, 21. Juni
Mittags Jelowka gegangen, mussten uns hier erst entlausen lassen. Um ¾ 6 Uhr verließ unser Urlauberzug den Bahnhof.

Donnerstag, 22. Juni
Über Kowno – Eydkuhnen – Königsberg ging unsere Fahrt nach Berlin, wo ich gegen ¾ 12 Uhr nachts eintraf. Von Muter und Els`chen erwartet. Ein gestern von meiner Station abgesandtes Telegramm, war schon nach sieben Stunden zu Hause angelangt.   

Freitag, 23. Juni
Nachmittags mit Elsbeth nach Hohen-Neuendorf gefahren, zu Tante Emilie.

Sonnabend, 24. Juni
Mittags Großvater zu seinem Geburtstag gratuliert. Nachmittags bei Jahns gewesen. 
Abends ging ich turnen und darauf mit Johann Dohl und Karl Jänner, die ebenfalls auf Urlaub hier sind, noch einige Schoppen trinken. Als ich nach Hause kam, war mein Bruder auch auf Urlaub gekommen. Ein freudiges Wiedersehen nach zwei Jahren.

Sonntag, 25. Juni
Vormittags Großvater besucht. Nachmittags nach Bahnhof Grunewald gefahren und dann zum Stadion Podbielski Sportfest gegangen.

Montag, 26. Juni
Els`chen sollte heute nach Ahlbeck fahren, ist aber geändert worden und noch unbestimmt, wann sie fährt. Abends fuhren wir wieder nach Hohen-Neuendorf hinaus.  

Dienstag, 27. Juni
Abends zum Turnplatz Schönhauser Allee gegangen.

Mittwoch, 28. Juni
Besuchte mit Walter zusammen Tante Martha Schilling, darnach Lentzs und Bürgers. Vorher Gröbler im Lazarett besucht.

Donnerstag, 29. Juni
Abends mit Karl und Heinrich Jänner und meinem Bruder nach den Reichshallen gegangen.

Freitag, 30. Juni
Besorgte verschiedene Einkäufe, blieb aber abends zu Hause.